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Gefährliche Gewohnheiten

20 September 2026 • 3 Min. Lesezeit

Lautes Hören der Lieblingsmusik während der Fahrt, lange Telefongespräche ohne Freisprecheinrichtung, das Fahren in unbequemem Schuhwerk oder das Nachschminken auf dem Weg zur Arbeit – das sind alltägliche Gewohnheiten, die im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen führen können.

Warum man nicht in High Heels Auto fahren sollte

Vermutlich machen sich viele Fahrer überhaupt keine Gedanken über die Wahl des passenden Schuhwerks beim Autofahren, doch besonders für Frauen ist dies ein wichtiges Thema. Jede Frau möchte elegant aussehen und hat wahrscheinlich mindestens ein Paar High Heels im Schrank. Solche Schuhe passen perfekt zum Ausgehen und sind zu Abendkleidern oder eleganten Hosen ein absolutes Muss. Zum Autofahren eignen sie sich jedoch kaum. Entgegen der landläufigen Meinung hat das Schuhwerk einen wesentlichen Einfluss auf die Sicherheit im Straßenverkehr. Wie schwierig und gefährlich das Fahren in solchen Schuhen für jemanden ist, der gerade erst den Führerschein gemacht hat, beschrieb eine polnische Bloggerin: „Kurz nach meiner Führerscheinprüfung beschloss ich, mich endlich in High Heels ans Steuer zu setzen. Schließlich fahren so viele Frauen in hohen Absätzen – das kann doch nicht so schwer sein? Mein Erstaunen war riesig, als ich feststellte, dass ich überhaupt kein Gefühl für die Pedale hatte und das Auto kaum beherrschte. Zum Glück fuhr ich nur zum nahegelegenen Supermarkt und überstand diese Fahrt wie durch ein Wunder. Seitdem habe ich aus Erfahrung gelernt und immer flache Wechselschuhe im Auto mitgeführt. Es kam mir nicht mehr in den Sinn, weitere Fahrversuche in Absätzen oder Plateauschuhen zu wagen – Ballerinas und Sneaker wurden meine treuen Begleiter.“ Die Autorin des Blogs careta.pl fährt jedoch fort: „Als ich mich später doch einmal in High Heels ans Steuer setzen musste, geriet ich anfangs in Panik! Ich war auf einer Hochzeit und sollte in den frühen Morgenstunden die ehrenvolle Rolle der Fahrerin übernehmen. Da die Entscheidung spontan fiel, hatte ich keine Wechselschuhe dabei. Die Aussicht, um 4 Uhr morgens 35 km in 7-cm-Absätzen zu fahren, stimmte mich nicht gerade optimistisch. Doch dann die Überraschung: Das Fahren klappte gut, ganz normal, nach kurzer Zeit achtete ich gar nicht mehr auf die Schuhe. Woher der Unterschied? Ich denke, das ist der Unterschied zwischen einer Fahranfängerin und einer Fahrerin mit mehrjähriger Praxis. Nach vielen Kilometern Fahrpraxis wird alles zur Routine. Werde ich deshalb künftig in High Heels fahren? Nein – am bequemsten und natürlichsten fühle ich mich nach wie vor in flachen Schuhen. Aber ich weiß nun: Wenn ich das nächste Mal in Absätzen fahren muss, gerate ich nicht mehr in Panik.“ Ähnlich empfinden viele Frauen, dennoch sollte man bedenken, dass selbst gelegentliches Fahren in unpassendem Schuhwerk Risiken birgt:

  • Einschränkung der Fußbeweglichkeit (z. B. in hohen Stiefeln),
  • schnellere Ermüdung der Beine mit erheblichem Unbehagen,
  • Verkanten des Absatzes unter einem Pedal oder Verhaken in der Fußmatte,
  • unnatürliche Fußstellung, die das korrekte Betätigen der Pedale erschwert,
  • fehlendes Feingefühl für den Pedaldruck (z. B. bei Plateausohlen),
  • mangelnder Halt des Fußes (z. B. bei Pantoletten oder Flip-Flops),
  • schnellere Abnutzung und Beschädigung der Schuhe (z. B. Abreiben der Absätze).

Unbequemes Schuhwerk und die Gesetzeslage

Vor einigen Jahren sorgte ein Fall aus Frankreich für Aufsehen, in dem sich eine Versicherung weigerte, einen Schaden zu regulieren. Die Fahrerin trug High Heels, und der Oberste Gerichtshof gab der Versicherung recht. In der Urteilsbegründung hieß es, das Fahren mit hohen Absätzen stelle eine Gefährdung des Straßenverkehrs dar. In Polen regeln die Vorschriften nicht ausdrücklich, welches Schuhwerk erlaubt oder verboten ist – hier bleibt ein großer Ermessensspielraum. Art. 86 des Ordnungswidrigkeitengesetzes besagt: „Wer ohne gebotene Vorsicht die Sicherheit im Straßenverkehr gefährdet, wird mit einer Geldstrafe belegt.“ Theoretisch kann ein Bußgeld für ungeeignetes Schuhwerk (wie High Heels oder Flip-Flops) oder Barfußfahren verhängt werden, dies sind jedoch eher Einzelfälle.

Das bequemste Schuhwerk fürs Autofahren

Die besten und bequemsten Schuhe zum Autofahren haben eine flache, flexible und nicht zu breite Sohle und sitzen fest am Fuß. Das Fahren darin ist angenehm und komfortabel, da man die volle Kontrolle über den Pedaldruck behält. Zudem wird die Gefahr gebannt, dass sich ein Absatz in den Rillen der Gummimatte verfängt. Frauen, die gerne High Heels oder Plateauschuhe tragen, empfehlen wir, im Kofferraum oder Handschuhfach ein Paar bequeme Ballerinas oder Mokassins griffbereit zu haben und diese vor Fahrtantritt anzuziehen. So bleibt man am Steuer sicher unterwegs und kann am Zielort jederzeit wieder in die Lieblingsabsätze schlüpfen.

Zu laute Musik im Auto

Wie allgemein bekannt ist, kann übermäßig laute Musik im Auto unmittelbar zu Gefahrensituationen führen. Ein zu hoher Geräuschpegel lenkt den Fahrer nicht nur ab, sondern isoliert ihn auch vom Verkehrsgeschehen – herannahende Rettungsfahrzeuge werden überhört, was im Extremfall Unfälle verursachen kann. Im polnischen Recht gibt es keine Vorschrift, die die Musiklautstärke im Auto direkt regelt.

Droht ein Bußgeld für zu lautes Musikhören im Auto?

Einige Experten weisen darauf hin, dass die Polizei Fahrer theoretisch wegen mangelnder Sorgfalt im Verkehr belangen könnte (Verwarngeld zwischen 250 und 500 PLN). Befürworter verweisen auf Art. 3 der Straßenverkehrsordnung, wonach Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht und zur Vermeidung jeglicher Handlungen verpflichtet sind, die die Sicherheit oder Ordnung gefährden könnten. Darüber hinaus kann extremer Lärm als Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung gewertet werden (Art. 51 des Ordnungswidrigkeitengesetzes), was mit Geldstrafen von 100 bis 500 PLN geahndet werden kann. Dies sind jedoch theoretische Überlegungen, die von der Polizei kaum angewandt werden. Völlig sorglos sollten sich Musikbegeisterte am Steuer dennoch nicht fühlen, denn es gibt Situationen, in denen empfindliche Strafen drohen.

Auch die Gesundheit zählt!

Das Ausreizen der vollen Lautstärke des Car-Audio-Systems hat ähnliche Folgen wie das Hören über Kopfhörer (auf Dauer drohen Gehörschäden), ganz zu schweigen vom Konzentrationsverlust. Wir appellieren daher, Lieblingsmusik in moderater Lautstärke zu genießen – das ist sicherer und angenehmer für Fahrer und Mitfahrer gleichermaßen.

Telefonieren am Steuer

Die Smartphone-Nutzung während der Fahrt ist ein direkter Weg in die Gefahrenzone. Im Zeitalter allgegenwärtiger Smartphones stellt dies ein enormes Zivilisationsproblem dar. Längst telefonieren oder tippen wir nicht mehr nur Nachrichten, sondern prüfen E-Mails, Nachrichten, Kontostände oder soziale Netzwerke. Häufig nutzen Fahrer Navigations-Apps, doch nur wenige besitzen eine passende Halterung. Die Polizei warnt unermüdlich vor den Risiken: Der Blick aufs Smartphone lenkt massiv ab, da die Augen von der Straße abgewandt werden. Jede Sekunde Unaufmerksamkeit kann fatale Folgen haben, etwa wenn plötzlich ein Kind auf die Straße läuft. Die Statistiken sind alarmierend: Rund 8 von 10 Fahrern in Polen nutzen das Telefon am Steuer!

Frankreich sagt Handysündern den Kampf an

Die französischen Behörden gehen rigoros gegen die Handynutzung am Steuer vor. Ein französisches Gericht bestätigte ein Bußgeld gegen einen Fahrer, der mit eingeschalteter Warnblinkanlage vor einem Kreisverkehr auf sein Smartphone schaute: Das Gericht urteilte, dass das Telefon nur auf ausgewiesenen Parkplätzen genutzt werden darf. Ein kurzes Halten auf dem Seitenstreifen zum Prüfen der Route oder Lesen von Nachrichten reicht nicht aus. Das Handy darf im stehenden Fahrzeug nur genutzt werden, wenn eine Panne oder ein Unfall vorliegt und die Notdienste alarmiert werden müssen.

Bußgelder für Handynutzung am Steuer

Die Strafe für das Telefonieren während der Fahrt ist in Frankreich empfindlich und beträgt umgerechnet über 565 PLN (135 Euro). Die französische Polizei führt Schwerpunktkontrollen durch – dort telefonieren statistisch sogar 9 von 10 Fahrern am Steuer, und jährlich werden über 300.000 Verstöße geahndet. Angesichts von Fahrzeugen, die Seitenstreifen blockieren, ist das harte Durchgreifen nachvollziehbar. In Polen fällt das Verwarngeld zwar geringer aus (200 PLN), doch drohen zusätzlich 5 Strafpunkte. Experten fordern auch hierzulande härtere Strafen. Sollte sich das französische Modell langfristig bewähren, könnten ähnliche Verschärfungen auch in Polen eingeführt werden.

Mateusz Paśkucki

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